Mundschleimhaut: Aphten, Herpes & Co.

Wird das empfindliche Gleichgewicht der Mundflora gestört, zum Beispiel durch Infektionen, bestimmte Medikamente, Verbrennungen, Rauchen, Alkohol oder eine unzureichende Zahnpflege, sind Erkrankungen der Mundschleimhaut eine mögliche Folge. Krankheiten können umgekehrt ebenfalls eine Veränderung der Schleimhaut verursachen. Dazu gehören Krebs, Tumorerkrankungen, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), bestimmte rheumatische Erkrankungen oder eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

Grundsätzlich gilt: Um Mundschleimhauterkrankungen möglichst frühzeitig zu diagnostizieren, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig! So können etwaige Veränderungen frühzeitig erkannt und die notwendigen Behandlungsschritte eingeleitet werden.

Mundschleimhauterkrankungen im Überblick:

Herpes ist eine der bekanntesten Erkrankungen im Mundbereich und sehr verbreitet. Da die Herpesviren ein Leben lang im Körper verbleiben, können die Bläschen immer wieder auftreten. In der Forschung wird ein Zusammenhang mit Stress und einem geschwächten Immunsystem vermutet, da Herpes in diesen Phasen meist gehäufter ausbricht. Oftmals zeigt sich Herpes das erste Mal als schmerzhafte Entzündung im Mundinnenraum, bevor es an der Lippe zu sehen ist.

Aphten sind kleine, weißliche, entzündliche Stellen an der Mundschleimhaut. Sie sind in der Regel ungefährlich und klingen nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Allerdings können sie sehr schmerzhaft sein und immer wieder auftreten. Ähnlich wie bei der Herpes-Erkrankung wird auch hier ein Zusammenhang mit Stress und einem geschwächten Immunsystem vermutet.

Leukoplakien sind weißliche, fleckenartige Veränderungen im Schleimhautgewebe. Sie sind zwar oft harmlos und schmerzen nicht, gelten aber als mögliche Vorstufe eines Mundhöhlentumors. Deshalb sollten Leukoplakien behandelt und zudem regelmäßig überprüft werden.

Als Mundsoor wird eine Infektion des Mund-Rachenbereichs mit Hefepilzen der Familie Candida bezeichnet. Bei einer Schwächung des Immunsystems, beispielsweise durch eine lange Einnahme von Antibiotika, können sie sich massiv vermehren und bilden einen weiß-gelblichen Belag auf den Mundschleimhäuten.

Lichen ruber bezeichnet eine chronische Krankheit, die die Haut und die Schleimhäute befällt. Auf der Mundschleimhaut tritt sie in Form von roten, stark juckenden Papeln („Knötchenflechte“) oder weißlichen Streifen in Erscheinung. Ihre Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist wichtig, da es bis zu einem Jahr dauern kann, bis die Symptome abklingen.